Da sitze ich vor ein paar Tagen so gemütlich vor dem Laptop vor mich hin und will einfach nicht viel tun.
Wie in diesem berühmten animierten Sketch von Loriot:
Hermann sitzt in seinem Sessel einfach so vor sich hin und sie trötet ihm aus der Küche immer neue Vorschläge zum Zeitvertreib entgegen. Aber er will einfach nur da sitzen und überhaupt nichts tun
Viel mehr hatte auch ich nicht vor - als ich unbarmherzig aus meinen Tag- und Laptopträumereien gerissen wurde. Das kleine offene fb-Fenster blinkte. Da wollte jemand chatten! Nicht nur, dass ich fb eh kaum begreife, gechattet habe ich dort noch nie. Sowas mache ich in der Regel grundsätzlich heimlich, die Familie soll das gar nicht mitbekommen. Meine Tochter kommt sonst mit so Bemerkungen wie: "am Ende fängst Du noch an zu twittern!" Ich? Niemals! *hüstel
Vor Twitter bewahrt mich einfach die Begrenzung der Zeichen auf unter dreitausend.
Gut - für einen Mann würde das natürlich reichen, bekanntermaßen braucht der gemeine (Ehe)mann nicht mehr als zweitausend Wörter pro Tag, da wird er froh sein, wenn twitter nicht mehr viel Gezwitscher von ihm erfordert. Ich wette ziemlich viel darauf, dass twitter von einem Mann erfunden wurde. Niemals würde eine Frau auf die Idee kommen, einen Kommunikationskanal einzurichten, auf dem man sich mit 146 Zeichen mitteilt.
Mich kostet es unglaublich viel Mühe, mich kurz zu fassen.
Du bist gerade hautnah dabei!
Also zurück.
Die "Jemand" im Chat war Susanne, die mich allen Ernstes fragte, was sie abends kochen könne, ihr seien gerade die Ideen ausgegangen. Dazu gab sie mir noch 3 Minuten Zeit. Die Hälfte war schon rum, bis ich die technischen Abläufe begriffen hatte. Die zweite Hälfte war vorbei, bis ich gelesen hatte, was sie wollte. Die dritte Hälfte brauchte ich zum Begreifen und Nachdenken, warum sie das nun gerade mich fragt. Ihr seht, ich bin schon im Minus.
Ausgezählt von jemandem, den ich gar nicht kannte. So schnell kann es gehen in der schönen neuen Welt.
Nachdem ich das Vakuum in meinem Gehirn mit einem Schluck Wein verdrängt hatte, schrieb ich ihr kurz entschlossen einfach, was ich selbst für den Abend geplant hatte.
Besagte Hackbällchen mit Hirse, die so außerordentlich gut gelangen, dass ich sie gerne beim 9. Mediterranen Koch-Event von Tobias einreiche, an dem mal wieder teilzunehmen ich fest versprochen hatte.
Hirse mit getrockneten, kleingeschnittenen Tomaten mischen, mit kochend heißer Gemüse- oder Kalbsbrühe übergießen und quellen lassen. Kräftig mit einer Harissa-Mischung (mein derzeitiger Favorit ist die "Marrakesch" Gewürzmischung aus der Mühle von Easy-Gourmet, würzen. Dazu eine ordentliche Prise Aci pul biber.
Das Hackfleisch (Lamm und Rind) mit einem Eigelb, etwas eingeweichtem Baguette vom Vortag, Pfeffer, Meersalz, Koriander, Chili, Knoblauch und in Olivenöl glasig gebratener Schalotte vermischen.
Den Schafsjoghurt mit etwas (Kuh)-Milch glatt und geschmeidig rühren, mit Salz und Pfeffer würzen. In einer Pfanne sehr langsam mit kleiner Hitze schwarzen Sesam rösten und unter den Joghurt heben. Fein geschnittene Minze dazu geben.
Aus dem Hackfleisch Bällchen in Eisportionierer-Größe rollen und in der Pfanne in Olivenöl langsam braten.
Papadam kaufe ich fertig im Asialaden, da kenne ich nix. Die sind gut und praktisch. Eine Scheibe auf einen Teller in die Mikrowelle legen, ca. 1,5 Minuten bei 600 W. Oder aber in der Pfanne in Öl aufbacken. Dauert länger, ist fettiger und kein bisschen besser.
Das Abendessen des Kochplattentellers, bzw. von Susanne hätte ich gerne ebenfalls verlinkt, aber Du findest es nur bei fb, nicht in ihrem Blog. Es sei denn, ich habe es übersehen, dann bitte ich um Korrektur durch das Kommando.
Aber den schönen Sketch mit Hermann möchte ich Dir nicht vorenthalten!
Gepasst zum Event hätte natürlich auch vortrefflich dieses hier:
Safranhuhn mit Zitronen-Thymian-Butter und Pistazienreis
