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Alltag!

von hundertachtziggrad° (Seine Webseite ansehen)



Jetzt mal ehrlich. Das interessiert Euch doch schon lange brennend, oder? Wie so ein Alltag unserer 180° Kommune im echten Leben ausschaut, ganz abseits vom virtuellen Geschehen.  
Der arme Praktikant! Allein mit drei Chefinnen! denken jetzt bestimmt ein paar von Euch. Von wegen arm? seh ich die anderen grinsen. 
Und bevor wild spekuliert wird und irgendwelche Gerüchte entstehen, lass ich Euch mal an einem typischen Abend in unserem gemütlichen Heim teilhaben.

Es ist 19:30, Suse und Toni sind von der Arbeit zurück, susa war erfolgreich auf der Jagd nach den besten Tropfen für den 180° Weinkeller, der Praktikant hat seinen täglichen Aufgabenzettel ignoriert, den Tag vermutlich auf der Suche nach susas Zweitschlüssel für den Weinkeller sowie dem Knacken des zusätzlich installierten Nummerncodeschlosses verbracht und sich außerdem ausgiebig in Facebook rumgetrieben.

Jetzt sitzt Suse in der Küche am Esstisch und stöbert in Kochbüchern, ich mit dem Laptop daneben und tippe an meinem nächsten Post, d.h. ich versuche es und mache natürlich alles mögliche. Analysiere die Blogstatistik, lese andere Blogs, schaue nach dem Wetterbericht?

Suse: sag mal Toni, bist Du heute nicht mit dem nächsten Post dran?

Toni: hmmm? Bin grad dabei. Wird gut! Ich verlink ganz viel?

Suse: jaja, viel Verlinken ist immer gut. Sag mal, hast Du susa gesehen?

Toni: die ist vorher in den Keller. Hat irgendwas gemurmelt von wegen sie wäre sich sicher, dass der 98er Château-Figeac hinten links? und hatte die Kellerliste in der Hand.

Suse: und der Praktikant? Den hab ich schon ne Weile nicht gesehen. Ist eigentlich der Tisch schon gedeckt?

Toni (wirft einen Blick ins benachbarte Esszimmer): der wenn ahnt, dass was zu tun ist? Natürlich nicht! Und lass mich raten, das Leergut steht auch noch im Gang?!

Suse: Klar, und der Berg ungewaschener 180° Schürzen liegt auch noch daneben.

Toni: Zefix! So geht das echt nicht weiter. Mit dem muss mal wieder ein ernstes Wort geredet werden. Der verbringt doch den ganzen Tag damit, den Code für den Weinkeller zu knacken?

Suse: auf eins-acht-null muss man aber auch erst mal kommen. Was posteste denn jetzt eigentlich genau?

Toni (schließt schnell die Seite mit dem Onlineshop mit schicke Schuhe): ich brainstorme noch! Was hast Du denn so als nächstes geplant?

Suse (verdreht gedanklich die Augen): ach ich weiß noch nicht. Kann mich nicht entscheiden, ich hätte da drei Ideen?

Toni (verdreht gedanklich die Augen): Jaja, kenn ich, schwierige Entscheidung immer... Sag mal, hast Du eigentlich das aktuelle Post von AT gelesen?

Suse: das mit dem Wikioranking?

Toni: genau! Die Angeberin, oder?

Suse: ja gell, hab ich mir auch gedacht. Gut dass uns so?n Ranking nicht interessiert.

susa erscheint, in der einen Hand eine Flasche Wein, in der anderen die Kellerliste

susa: was interessiert uns nicht?

Suse: das Wikioranking!

susa: wieso, wo stehen wir denn?

Toni: ach, egal. Sag mal, hast Du den Praktikanten gesehen?

susa (erschrocken): verdammt! Ich glaub ich hab grad den Weinkeller nicht abgeschlossen. Verschwindet eilig

Suse: sag mal, wer ist eigentlich dran mit Strafpredigt?

Toni: susa, glaub ich. Mann! Wenn die alle wüssten wie der uns auf der Nase rum tanzt?

susa erscheint mit dem wissend grinsenden Praktikanten im Schlepptau

susa: der war schon fast bei den großen Bordeaux!

Toni: so wie der schaut solltest Du mal den Code wieder ändern. Und der Praktikant deckt jetzt mal ganz flott den Tisch!!

Praktikant (nöhlender Tonfall): das hab ich doch erst gestern. Und überhaupt, 180 als Code find ich echt nicht witzig und wie war das jetzt eigentlich mit der Beförderung zum Seniorpraktikanten?!

Böser Blick aller drei anwesenden Damen. Der Praktikant begibt sich zum Tischdecken.

Suse: was gibt?s denn eigentlich heute?

Toni: was ganz Feines! Kalbstafelspitz SV gegart mit einem Gemüse aus weißem Spargel, Zuckerschoten, Morcheln und einer leichten Hollandaise.

Ja und dann ist der Tisch fertig gedeckt (liebevoll!), susa öffnet den Wein, der Praktikant schenkt ein und wir sitzen einträchtig am Tisch und genießen unser Abendessen.

Genau so oder so ähnlich ist das immer. Jetzt wisst ihr?s also!

Und damit ihr?s Euch auch mal ansatzweise so gemütlich machen könnt, gibt?s natürlich das Rezept?


Kalbstafelspitz SV mit Spargel-Zuckerschoten-Morchel-Gemüse
600g Kalbstafelspitz, leicht gesalzen und dann vakuumiert mit 1 EL Butter, 1 Lorbeerblatt, einem Zweig Thymian und einem Scheibchen Knoblauch

400g Spargel
200g Zuckerschoten, evtl. noch ein paar Erbsen
10 getrocknete Morcheln, in warmen Wasser 20 min. eingeweicht, das Einweichwasser aufheben!
50ml Kalbsfond

schnelle Hollandaise wie hier, nur ohne den Zitronensaft, dafür mit etwas Weißwein

Kalbstafelspitz vakuumiert bei 75° 2,5 Std. im Wasserbad garen. Vor dem Servieren in reichlich heißer Butter schwenken.

Für das Gemüse den Spargel schälen und in Scheiben schneiden. In einer Pfanne etwas Butter zerlassen, den Spargel leicht Farbe nehmen lassen, die Morcheln dazu geben, kurz mit anschwenken, mit einem Schuss Weißwein ablöschen und mit dem Fond und dem Morcheleinweichwasser aufgießen. Ca. 15 min. garen. Die Zuckerschoten in der Zeit blanchieren und kurz vor Ende der Garzeit zu Spargel und Morcheln geben.

Den Tafelspitz in Scheiben schneiden und mit dem Gemüse und der Hollandaise servieren.

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